Brille im Alter: Worauf Sie beim Brillenkauf achten sollten

Die Zeitung rückt ein Stück weiter weg, kleine Schrift wird anstrengender und beim Wechsel zwischen Nähe und Ferne brauchen die Augen länger. Solche Veränderungen gehören für viele Menschen zum Älterwerden. Eine passende Brille im Alter kann vieles erleichtern – beim Lesen ebenso wie am Bildschirm oder unterwegs.

Beim Brillenkauf kommt es allerdings nicht nur auf die richtige Sehstärke an. Auch die Art der Gläser, der Sitz der Fassung und die eigenen Gewohnheiten spielen eine wichtige Rolle.

Warum sich das Sehen mit den Jahren verändert

Dass die Arme beim Lesen scheinbar zu kurz werden, hat einen einfachen Grund. Mit zunehmendem Alter verliert die natürliche Augenlinse an Elastizität. Das Auge kann sich dadurch schlechter auf Dinge in der Nähe einstellen. Diese sogenannte Alterssichtigkeit macht sich häufig zuerst beim Lesen bemerkbar.

Auch die Anpassung an unterschiedliche Lichtverhältnisse kann länger dauern. Manche Menschen benötigen mehr Licht zum Lesen oder empfinden Blendungen im Straßenverkehr als störender als früher.

Nicht jede Veränderung lässt sich jedoch mit einer neuen Brille ausgleichen. Verschlechtert sich das Sehen deutlich oder plötzlich, sollte dies augenärztlich abgeklärt werden. Das gilt auch bei Beschwerden wie Lichtblitzen, einem auffälligen Schleier oder Veränderungen im Gesichtsfeld.

Brille im Alter: Worauf Sie beim Brillenkauf achten sollten. Vor dem Brillenkauf sollte man die Augen überprüfen lassen.

Vor dem Brillenkauf die Augen überprüfen lassen

Wer eine neue Brille benötigt, sollte seine aktuellen Sehwerte kennen. Werte von einer mehrere Jahre alten Brille sind dafür keine verlässliche Grundlage. Die Sehstärke kann sich mit der Zeit verändern – manchmal so langsam, dass es im Alltag kaum auffällt.

Bei der Bestimmung der Sehstärke zeigt sich außerdem, ob beide Augen unterschiedlich korrigiert werden müssen. Das ist wichtig, damit die neue Brille nicht nur schärferes, sondern auch angenehmes Sehen ermöglicht.

Gerade im höheren Alter sind regelmäßige Untersuchungen der Augen sinnvoll. Eine Brille korrigiert eine Fehlsichtigkeit, kann Erkrankungen des Auges aber weder erkennen noch behandeln.

Lesebrille, Gleitsichtbrille oder doch mehrere Brillen?

Welche Brille am besten passt, hängt stark vom Alltag ab. Wer hauptsächlich Unterstützung beim Lesen benötigt, kommt möglicherweise mit einer einfachen Lesebrille gut zurecht. Sie ist für einen bestimmten Nahbereich gedacht und muss deshalb beim Blick in die Ferne meist abgesetzt werden.

Eine Gleitsichtbrille verbindet dagegen mehrere Sehbereiche in einem Glas. Im oberen Bereich lässt sich in die Ferne sehen, weiter unten befinden sich die Bereiche für mittlere Entfernungen und die Nähe. Dadurch kann eine einzige Brille viele Situationen abdecken.

Das ist praktisch, aber nicht für jeden Zweck ideal. Wer beispielsweise mehrere Stunden am Computer arbeitet, kann mit einer speziellen Bildschirm- oder Arbeitsplatzbrille angenehmer sehen. Auch eine zusätzliche Lesebrille kann sinnvoll sein, wenn Sie lange lesen oder einem Hobby nachgehen, bei dem gutes Sehen in der Nähe besonders wichtig ist.

Beim Brillenkauf zählt mehr als die Sehstärke

Eine Fassung kann noch so gut aussehen – wenn sie drückt oder ständig von der Nase rutscht, wird sie schnell lästig. Deshalb sollte eine Brille bequem sitzen, ohne hinter den Ohren oder am Nasenrücken unangenehmen Druck auszuüben.

Achten Sie auch auf das Gewicht. Besonders bei höheren Glasstärken kann die Wahl der Gläser einen spürbaren Unterschied machen. Die Fassung sollte außerdem zum vorgesehenen Glas passen. Bei Gleitsichtgläsern spielt beispielsweise die verfügbare Glasfläche eine Rolle.

Auch eine Entspiegelung kann den Sehkomfort verbessern. Sie reduziert störende Reflexionen auf den Gläsern. Das kann beim Autofahren in der Dunkelheit oder bei künstlicher Beleuchtung angenehm sein.

Lassen Sie sich beim Brillenkauf nicht allein von Zusatzoptionen leiten. Entscheidend ist, welchen Nutzen eine Ausstattung in Ihrem persönlichen Alltag tatsächlich hat.

Gleitsichtbrille: Gute Anpassung macht den Unterschied

Bei einer Gleitsichtbrille müssen nicht nur die Sehwerte stimmen. Auch die Position der Gläser vor den Augen ist wichtig. Deshalb werden unter anderem Pupillenabstand und Sitz der Fassung berücksichtigt.

Wer zum ersten Mal eine Gleitsichtbrille trägt, muss sich häufig zunächst an die unterschiedlichen Sehbereiche gewöhnen. Besonders beim Treppensteigen oder bei schnellen Blickwechseln kann sich das Sehen anfangs ungewohnt anfühlen.

Eine kurze Eingewöhnungsphase ist daher nicht ungewöhnlich. Bleiben Schwindel, Kopfschmerzen oder deutliche Sehprobleme jedoch bestehen, sollten Sie die Brille überprüfen lassen. Dauerhafte Beschwerden müssen nicht einfach hingenommen werden.

Brille im Alter: Worauf Sie beim Brillenkauf achten sollten. Eine gute Brille passt zu Ihrem Alltag.

Eine gute Brille passt zu Ihrem Alltag

Vor dem Kauf lohnt es sich, einen typischen Tag im Kopf durchzugehen. Wie viel lesen Sie? Arbeiten Sie am Computer oder Tablet? Fahren Sie häufig Auto? Kochen, handarbeiten oder werkeln Sie gern?

Solche Informationen sind bei der Beratung oft wichtiger, als man zunächst denkt. Ein Mensch, der viel liest, stellt andere Anforderungen an seine Brille als jemand, der häufig unterwegs ist und zwischen vielen Entfernungen wechseln muss.

Auch die bevorzugten Leseabstände spielen eine Rolle. Ein Buch liegt näher vor den Augen als ein großer Computerbildschirm. Wer seine Gewohnheiten möglichst genau beschreibt, erleichtert die Auswahl der passenden Gläser.

Woran Sie merken, ob die neue Brille wirklich passt

Eine neue Brille darf sich zunächst etwas ungewohnt anfühlen. Sie sollte den Alltag nach einer angemessenen Eingewöhnung aber leichter machen und nicht dauerhaft neue Probleme verursachen.

Achten Sie beispielsweise darauf, ob die Fassung rutscht oder Druckstellen verursacht. Auch häufige Kopfschmerzen, anhaltender Schwindel oder Schwierigkeiten beim Wechsel zwischen verschiedenen Entfernungen sind Gründe, die Einstellung und die Gläser noch einmal kontrollieren zu lassen.

Besonders wichtig ist der eigene Eindruck. Können Sie entspannt lesen? Erkennen Sie Gesichter und Schilder gut? Fühlen Sie sich beim Gehen mit der Brille sicher? Solche Alltagssituationen zeigen häufig besser als ein kurzer Blick auf eine Sehtafel, ob die gewählte Lösung wirklich zu Ihnen passt.

Gutes Sehen beginnt mit der passenden Lösung

Eine Brille im Alter muss nicht möglichst viele Funktionen besitzen. Sie sollte vor allem zu Ihren Augen und zu Ihrem Leben passen.

Nehmen Sie sich deshalb Zeit für den Brillenkauf und sprechen Sie offen darüber, wann und wofür Sie die Brille benötigen. Eine sorgfältig ausgewählte und gut angepasste Brille kann dazu beitragen, dass Lesen, Autofahren, Hobbys und viele kleine Dinge des Alltags wieder angenehmer werden.

Kurz erklärt – Alterssichtigkeit
Bei der Alterssichtigkeit verliert die Augenlinse nach und nach an Elastizität. Das Scharfstellen in der Nähe wird dadurch schwieriger. Eine passende Brille gleicht diese Veränderung aus.

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