Wenn ein geliebter Mensch stirbt, scheint die Welt für einen Moment stillzustehen. Inmitten tiefer Trauer und Fassungslosigkeit müssen dennoch wichtige Entscheidungen getroffen werden. Dieser Ratgeber möchte Ihnen in dieser schweren Zeit als verlässlicher Wegweiser zur Seite stehen. Er gibt Ihnen Orientierung für die ersten Stunden und Tage – damit Sie trotz aller Formalitäten den Raum finden, den Sie für Ihren persönlichen Abschied benötigen.
1. Die ersten Stunden: Ruhe bewahren
Der erste Moment nach einem Todesfall ist meist geprägt von Schock und Sprachlosigkeit. Wenn der Tod zu Hause eintritt, sollte zunächst ein Arzt (Hausarzt oder ärztlicher Bereitschaftsdienst unter 116 117) benachrichtigt werden. Nur er darf den Tod offiziell feststellen und den Totenschein ausstellen.
Oft kommen jetzt auch ganz praktische Fragen auf: Soll der Verstorbene noch einige Zeit zu Hause bleiben? In vielen Bundesländern ist es erlaubt, den Verstorbenen für mehrere Stunden oder sogar bis zu 36 Stunden im eigenen Zuhause aufzubahren. Nutzen Sie diese Zeit für eine stille Abschiednahme im vertrauten Umfeld, wenn Ihnen danach ist.
Ein Bestatter kann Sie dazu beraten und bei Bedarf eine häusliche Aufbahrung unterstützen.
Auch wenn es schwerfällt: Informieren Sie enge Angehörige oder Freunde. Niemand sollte diese Situation allein bewältigen müssen.
Tipp: Fragen Sie gleich nach mehreren Ausfertigungen des Totenscheins. Diese werden bei verschiedenen Behörden und Institutionen benötigt.

2. Die wichtigsten Dokumente: Totenschein und Sterbeurkunde
Nach Ausstellung des Totenscheins muss innerhalb von drei Werktagen das Standesamt aufgesucht werden, um die Sterbeurkunde zu beantragen. Sie benötigen dazu in der Regel den Personalausweis, die Geburtsurkunde und – falls vorhanden – die Heiratsurkunde oder das Scheidungsurteil des Verstorbenen.
Die Sterbeurkunde ist ein zentrales Dokument: Ohne sie können weder Konten geschlossen noch Versicherungen gekündigt oder Renten abgemeldet werden. Es ist daher ratsam, gleich mehrere beglaubigte Kopien anzufertigen. Viele Standesämter bieten an, diese gleich beim Antrag zu bestellen.
Gerade in dieser Phase ist es hilfreich, wenn bereits Vorsorgedokumente wie Patientenverfügung oder Bestattungsvorsorge vorliegen. Wenn nicht, müssen Angehörige häufig selbst Entscheidungen treffen – und das fällt in der Trauer besonders schwer.
3. Den passenden Bestatter finden
Ein Bestatter ist in dieser Zeit Ihr wichtigster organisatorischer Partner. Nehmen Sie sich die Freiheit, einen Anbieter zu wählen, bei dem Sie sich menschlich gut aufgehoben fühlen.
Ein seriöser Bestatter zeichnet sich durch folgende Punkte aus:
- Er berät Sie mit Ruhe und Empathie ohne Zeitdruck.
- Er erstellt einen transparenten und schriftlichen Kostenvoranschlag.
- Er drängt Sie nicht zu teuren Zusatzleistungen.
- Er übernimmt auf Wunsch Behördengänge und Terminabsprachen.
Lassen Sie sich in Ruhe erklären, welche Leistungen im Preis enthalten sind, und bitten Sie um einen schriftlichen Kostenvoranschlag. So vermeiden Sie Missverständnisse oder unerwartete Zusatzkosten. Wichtig ist auch, dass Sie sich menschlich gut aufgehoben fühlen – schließlich begleitet der Bestatter Sie in einer sehr sensiblen Lebensphase.
Viele Angehörige wissen nicht, dass Bestatter weit mehr tun als nur die eigentliche Beisetzung zu organisieren. Sie übernehmen auf Wunsch Behördengänge, Terminabsprachen, die Gestaltung von Traueranzeigen oder auch Hilfestellung bei der Abwicklung von Versicherungen.
Tipp: Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie sich Zeit für Entscheidungen. Gute Bestatter nehmen Rücksicht auf die emotionale Situation und beraten ruhig und geduldig.
4. Die Wahl der Bestattungsform
Die Entscheidung für eine Bestattungsart sollte sich nach dem Willen des Verstorbenen oder dem Gefühl der Angehörigen richten. Es gibt kein „Richtig“ oder „Falsch“.
Heute stehen verschiedene Formen zur Auswahl:
- Erdbestattung: Klassisch im Sarg, bietet einen festen Ort für die Trauer.
- Feuerbestattung: Beisetzung der Urne in einem Grab oder Kolumbarium.
- Baumbestattung: Eine naturnahe, pflegefreie Urnenbeisetzung im Wurzelbereich eines Baumes.
- Seebestattung: Beisetzung in der Nord- oder Ostsee für Menschen mit Meeresbezug.
- Anonyme Bestattung: Ohne namentliche Kennzeichnung, meist pflegefrei
Klassisch ist die Erdbestattung, bei der der Verstorbene im Sarg beigesetzt wird. Sie bietet einen festen Ort der Erinnerung, erfordert aber auch eine regelmäßige Grabpflege. Immer häufiger wird heute die Feuerbestattung gewählt. Die Urne kann anschließend in einem Erdgrab, einer Urnengemeinschaft oder einem Kolumbarium beigesetzt werden.
Zunehmend beliebt sind auch alternative Formen wie Baumbestattungen in einem Friedwald oder Ruheforst. Dabei wird die Urne im Wurzelbereich eines Baumes beigesetzt – eine naturnahe und pflegefreie Form des Gedenkens. Auch Seebestattungen in der Nord- oder Ostsee bieten einen besonderen Abschied, vor allem für Menschen mit Bezug zum Meer.

5. Die Trauerfeier: Ein persönlicher Abschied
Die Trauerfeier ist der emotionale Mittelpunkt des Abschieds. Sie bietet Raum, um Erinnerungen zu teilen, Dankbarkeit auszudrücken und Trost zu finden. Viele Angehörige empfinden es als hilfreich, diesen Moment aktiv mitzugestalten: etwa durch persönliche Musik, Fotos, Lieblingsgedichte oder die Rede eines nahestehenden Menschen.
Ein Bestatter kann alle organisatorischen Fragen übernehmen – von der Terminabsprache mit Kirche oder Friedhof bis zur Bestellung der Blumendekoration. Manche Familien entscheiden sich aber bewusst dafür, Teile der Vorbereitung selbst zu übernehmen. Das kann helfen, den Verlust ein Stück weit zu verarbeiten und die Kontrolle über den Ablauf zu behalten.
Nach der Beisetzung folgt häufig ein Beisammensein im kleinen Kreis. Ein gemeinsamer Kaffee oder ein Essen im vertrauten Umfeld schafft Gelegenheit zum Austausch und kann Trost spenden.
Aufgaben, die Sie selbst übernehmen oder an den Bestatter übergeben können:
- Terminabsprachen mit Kirche oder Friedhof
- Gestaltung und Versand der Traueranzeigen
- Auswahl von Blumenschmuck oder Dekoration
- Organisation eines Trauerkaffees oder Beisammenseins danach
Tipp: Nehmen Sie sich Zeit für die Gestaltung der Trauerfeier. Oft ist dies ein erster Schritt, den Verlust zu verarbeiten und gemeinsame Erinnerungen zu bewahren.
6. Hilfe annehmen
Nach der Beisetzung kehrt oft eine belastende Stille ein. Denken Sie daran: Sie müssen den Trauerprozess nicht allein bewältigen.
Gleichzeitig müssen noch viele organisatorische Aufgaben erledigt werden: Konten schließen, Versicherungen kündigen, Abonnements beenden oder digitale Profile abmelden. Viele Bestatter bieten hier Hilfe an.
In dieser Phase ist es wichtig, sich selbst nicht zu überfordern. Trauer folgt keinem festen Zeitplan, und jeder Mensch geht anders damit um. Gespräche mit Freunden, Seelsorgern oder der Besuch einer Trauergruppe können helfen, den Verlust schrittweise zu verarbeiten.
In Ruhe Abschied nehmen und Orientierung finden
Abschiednehmen bedeutet nicht, den geliebten Menschen loszulassen, sondern ihn auf eine neue Weise im Herzen und in der Erinnerung zu bewahren. Nehmen Sie sich die Zeit, die Sie brauchen, und scheuen Sie sich nicht, Unterstützung anzunehmen.
Seit vielen Jahren bereitet unsere Fachredaktion Themen rund um das Älterwerden verständlich und journalistisch sorgfältig auf. Mit Fokus auf Pflege, Gesundheit, Vorsorge und aktiven Ruhestand bieten wir Orientierung in der Lebensphase 60plus. Unsere Inhalte entstehen durch gründliche Recherche und fachliche Einordnung, um Ihnen eine verlässliche Basis für ein selbstbestimmtes Leben zu bieten.
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